Luxus-Mahl am Bilderbuchstrand

14.04. - Sonntag. Strahlender Sonnenschein. Gegen Mittag holen uns Pat und Darrell die Grosseltern der Familie, bei der wir untergekommen sind, ab. Auf dem Weg gabeln wir noch die juengste Schwester Maritte, ihren Mann Eduardo und deren Kinder Leola und Juvio auf. Kurze Diskussion ueber das genaue Ziel. Eduardo gewinnt: Wir fahren an einen Super-Geheim-Tipp-Strand um nach Austern zu suchen. An einem unscheinbaren Parkplatz steigen wir aus. Es geht einen steilen Huegel hinunter, der urspruengliche Pfad wurde anscheinend vor kurzer Zeit vom Meer ausgespuelt. Und unten angekommen eroeffnet sich einmal mehr das atemberaubende Campbellriver-Panorama vor uns: blaues Meer vor gruenem Wald vor Bergkette mit verschneiten Gipfeln - das macht jedem Bilderbuch Konkurrenz. Und dann soll es hier auch noch Austern geben! Hanna und ich haben da ja unsere Zweifel, machen uns aber trotzdem auf die Suche. Wir stossen auf lila Seesterne, Krebse, die unter Steinen hervorlugen, und letztendlich dann: "Ahhh I found them, there they are!" Eduardo hat sie als erster entdeckt, die Austern. Ueber den Boden verstreut liegen an einer Stelle am Strand diese unauffaelligen und doch so heissbegehrten Muscheln fest verschlossen in ihren dicken Schalen. Wir sammeln jeder so viele, wie wir in zwei Haenden tragen koennen.

Nachdem wir mit der Schaufel noch nach "clams" gesucht haben (und dabei auf einen widerwaertiges, wurmartiges Etwas gestossen sind),

machen wir uns auf zum benachbarten Strand. Dort warten die Grosseltern auf uns, die bereits ein Lagerfeuer entfacht haben. Auf einem Grillgitter ueber der Glut brutzeln bald die frischgepflueckten Austern. Ich bin ja heilfroh, dass wir sie nicht roh essen muessen. Eduardo verfeinert sie dann noch mit Sweet-Thai-Chili-Sauce. Dennoch bin ich etwas skeptisch, als es ans Probieren geht ...

Aber da muss ich jetzt schon durch. Und erstaunlicherweise: Es schmeckt gar nicht so scheusslich. Gut, koennte an der Thai-Sosse liegen, die den Geschmack doch deutlich dominiert ... Ich mein', ich muesst's jetzt nicht jeden Tag haben, roh sowieso nicht und ich war schon froh um den Hotdog, den es danach noch gab, aber immerhin. Die Austerschale heb' ich natuerlich nach bestandener Challenge auf. Nach dem Essen geniessen wir die Abendsonne, dann gibt's noch ein besonderes Highlight von der Oma fuer die zwei Kleinsten: In der Naehe befindet sich ein Geocaching-Box, soviel wird verraten. Geocaching ist hier ein weitverbreitetes GPS-Spiel. An versteckten Stellen befinden sich Boxen, die kleine "Schaetze" bergen. Mit speziellen Apps und GPS kann man die Boxen in der Umgebung bis auf einige Meter genau orten. Dann geht die Sucherei los, was mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. Die Box hier haben die Grosseltern bereits gefunden. Mit der Hilfe von Pat finden Juvio und Leola das Kistchen recht schnell. Leider haben wir nichts zum "traden" dabei. Man kann naemlich einen der Boxinhalte gegen eine andere Kleinigkeit austauschen. (http://www.geocaching.com/). Macht nichts, die Suche allein war es wert. Die Sonne sinkt immer tiefer, Zeit fuer Leola und Juvio ins Bett zu kommen, also brechen wir auf. Ein wunderschoener Ausflug, an den uns auch noch am naechsten Morgen unsere nach Rauch und Austerschalen stinkenden Klamotten und Haare erinnern ...

Kommentieren



swurb, Montag, 29. April 2013, 12:06
"Ich war schon froh um den Hotdog." Diese Aussage ist sicher in den Augen manchen Gourmets wahres Banausentum. Aber ist es das wirklich?

Denn vielleicht würden zwar die Gs die Nase rümpfen: "Gegrillte Austern mit Thai-Sauce. Igitt. Eigentlich schlürft man die doch lebend, roh, noch zuckend mit Zitrone beträufelt aus der Schale und genehmigt sich dazu Schampus?" Aber andere Länder andere Sitten und vielleicht schmecken Austern auch gegrillt sehr gut. Vorstellen könnte ich persönlich es mir eher als die Zubereitung auf die europäische Weise. Dazu ein Dosenbier ... warum nicht? Den Wurm habt Ihr aber nicht gegrillt, oder?