Im Reisefuehrer wird empfohlen, zwischen 4 und 5 Uhr in der Frueh aufzubrechen, Hanna und Christina wollen jedoch, gezwungen von ihrer Zeit-Neurose - sehr zu Maxis Freude - bereits um 3 Uhr starten. Also klingelt um 2:30 der Wecker, Zaehneputzen und dann geht es mit Muetze, Handschuhen und gefuehlten 10 Schichten Pullis ausgestattet los. Nur im Schein unserer Taschenlampen stolpern wir die ersten Kilometer ueber Stock und Stein. Ueber uns ein atemberaubender Sternenhimmel - zumindest bis der erste Nebel aufzieht und bald die Sicht verdeckt.
Nachdem wir die tschechische Reisgruppe und das deutsche Paerchen trotz unseres gefuehlten Schneckentempos ueberholt haben, sind wir an vorderster Front. Insgesamt gilt es an diesem Morgen noch 5,1 Kilometer bis zum Gipfel zu ueberwinden.

Nach der Rucksackschlepperei vom Vortag, haben wir uns entschlossen, nur noch einen gemeinsamen Rucksack mitzunehmen, Christina beschliesst, ihre Schicht auf einmal zu erledigen und traegt ihn die letzten zwei von drei Stunden zum Gipfel - tapfer. Zunaechst geht es nur leicht bergauf, die letzten Meter jedoch zieht es nochmal richtig an. Schritt fuer Schritt schleppen wir uns den klettersteigartigen Pfad hinauf. Hanna passiert den Gipfel als Erste! Nach und nach kommen auch die anderen angeschnauft. Ein Gefuehl der absoluten Befreiung, Erleichterung, Freude und eine Portion Stolz steigen in uns auf, als wir bei Eiseskaelte Gipfelfotos schiessen.

Wir stehen auf 3820 Metern Hoehe, unter uns ein Meer aus im Licht der aufgehenden Sonne getraenkten Wolken. Die Welt so unberuehrt und fast schon surreal.

Bald jedoch ziehen immer mehr Nebelschwaden herauf und verdecken die Sonne - es wird unertraeglich kalt und wir beschliessen, den Abstieg zu beginnen.
Wieder unten an der Huette gibt's Fruehstueck und nach kurzer Durchhaengerphase, waehrend der so mancher von uns gar einschlaeft, zwingen wir uns, den Weg nach ganz unten anzugehen. Die gerade noch so unertraegliche Kaelte verwandelt sich bald wieder in schweisstreibende Hitze und nocheinmal durchwandern wir die interessanten Vegatationszonen, bis endlich das 5 Kilometerschild in Sicht rueckt! Der letzte Kraftakt bringt manche von uns an ihre koerperlichen Grenzen doch letztendlich kommen wir alle vermuskelkatert und bis auf ein paar Blasen und Blessuren unbeschadet unten an.
Zur Feier des Tages gehen wir drei zusammen mit unserem Mitwanderer George, dem unheimlich netten Texaner, fein essen. -Trotz Anstrengung eine wundervolle Wanderung und ein unvergessliches Ereignis!
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13.03. - Um 5:15 Uhr stehen wir am Fusse des Chirripo, auf ca. 1400 Meter. Hochmotiviert, wenn auch etwas verschlafen, beginnen wir den Aufstieg, bis wir nach 200 Metern schweissgebadet trotz Kaelte unsere erste Pause einlegen und uns unserer warmen Klamotten entledigen. Noch weitere 14 Kilometer? Unmoeglich! So kommt es uns zumindest vor. Doch jetzt schon aufgeben waere ja gelacht - weiter geht`s und schon bald werden wir vom ersten Ausblick belohnt!

Die sieben Kilometer zur ersten groesseren Pause erscheinen zwar endlos, doch wir kommen gut voran. Dort angekommen genehmigen wir uns ersteinmal den mitgebrachten Reis, Wasser und Bananen.

Irgendwann heisst es dann wieder aufbrechen, wollen wir doch heute noch oben ankommen. Mit schweren Fuessen machen wir uns auf. Zunehmende Hitze und Hoehe bereiten uns mehr und mehr Schwierigkeiten. Wir brauchen einige Zeit, um unseren Rhythmus zu finden. Wir gehen jetzt zwar langsamer, halten dafuer jedoch konstant unser Tempo - ein Muss fuer unseren holpernden Kreislauf.


Bald wechselt der Regenwald ...

zu Nebelwald, durchzogen von Baumskeletten.

Die letzten Kilometer kaempfen wir uns dann noch durch karge Paramo-Landschaft ...

bis endlich die Huette in Sichtweite rueckt! Grosse Erleichterung macht sich breit!

Fuer heute ist es geschafft. Einziger Kraftakt bleibt noch das Essenkochen, dann geht es gestaerkt um 7 ins Bett. Klappen zu, Licht aus, Beine tot.
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