Stopp 2: Redwoods

Nach langer Fahrt sind wir da: im Redwood-Gebiet. In einer abenteuerlichen Fahrt auf einer engen ungeteerten Waldstrasse durch einen Teil des Redwoodbestandes holen wir uns die ersten Eindrücke von diesen Riesen.

Die letzten Nächte waren so kraftraubend (vor allem Crater Lake), dass wir beschließen, da der Camping sowieso schon voll ist, uns den unvorstellbar großen Luxus eines Motels zu leisten. Penny Saver Inn ist unsere erste Wahl und für 50 $ bekommen wir beide ein kuscheliges, warmes Riesenbett, eine !!Dusche!!, sogar mit eigenen Handtüchern und Seife, und einen Kühlschrank. Wow. Guter Start.

Nach einer geruhsamen Nacht betreiben wir am nächsten Morgen erstmal 3 Stunden Recherche nach Unterkünften in der nächsten Woche. Man muss es ausnutzen, wenn man schon einmal Internet hat.

Dann geht es weiter Richtung Süden, Camping-Permits für die Nacht holen. Der nette Typ im Infocenter hatte uns nämlich das erste Mal diesen genialen Tipp gegeben.

Doch bevor es in Richtung Nachtlager geht, machen wir noch eine Wanderung. Auf dem Weg nehmen wir zwei phänomenale Aussichtspunkte mit und essen unser Mittagsnutellabrot in der Sonne mit Blick auf den rauen und wunderschönen Pazifik.

Wir beginnen die Wanderung spät und so sind wir nach 15 Minuten von nichts anderem umringt als ohrenbetäubender Stille und RIESSENGROSSEN Bäumen. Man fühlt sich wie im Film « Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft » oder wie zurückversetzt in lang vergangene Zeiten. Als würde gleich ein Brontosaurus hinter der nächsten Ecke lauern. Doch die Stimmung ist so beruhigend, so ursprünglich, so ungreifbar. Fast etwas bedrückend. Und unsere Gespräche drehen sich auch um ernste Themen und Zukunftspläne sowie Ängste.

Als die Sonne schon tief steht, machen wir uns auf die Suche nach dem Campingplatz. Im Dunkeln finden wir durch Hilfe eines Nachbarcampers, der uns durchs Unterholz stolpern hört, einen freien Campingplatz, stellen gekonnt blind – im wahrsten Sinne des Wortes – unser Zelt auf und fallen todmüde in die nicht mehr ganz so kalten Schlafsäcke.

Am nächsten Morgen geht es pünktlich zum Sonnenaufgang weiter, aber diese riesenhaften, wie aus Träumen erwachsenen, bis zu 2500 Jahren alten Bäume werden wir wohl nie vergessen. Und eine Frage, die wir uns stellten, so oft wir diese Bäume angesehen haben, wird wohl für alle Zeiten unbeantwortet bleiben: Was diese Bäume wohl für Geschichten zu erzählen hätten?

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