Stopp 1: Crater Lake

Unser USA-Trip fängt ja mutig an. Trotz straffesten Zeitplans schieben wir gleich zu Beginn einen ungeplanten Stopp ein. Im Reiseführer hochgelobt als einer der Top 10 Nationalparks: Crater Lake. Also entscheiden wir uns in einer Kopf-oder-Zahl-Situation kurzfristig dafür, noch einen "kleinen" Abstecher Richtung Osten zu machen.

p>Am frühen Nachmittag kommen wir am Crater Lake Nationalpark an, ergattern einen Campingplatz, verstauen unsere Vorräte in der Bearbox und starten dann zu einer Besichtigungstour.

Leider sind die meisten (schönsten) Wanderwege entlang des Sees noch wegen Schnee und Eis gesperrt (1. Indiz für die bevorstehende Nacht). Also geben wir uns mit dem kurzen Aussichtsweg zufrieden. Vor uns eröffnet sich ein ehemaliger Vulkan, dessen Spitze eingebrochen ist. Über Jahrtausende hinweg hat sich so der tiefste See der westlichen Hemisphäre gebildet. Wunderschön und tief blau - da kann man nichts sagen.

Der kurze Ausflug endet in einer blutigen Rutschpartie für Christina über verbliebene Eisfelder (2. Indiz für die bevorstehende Nacht).

Die Stimmung ist nicht gerade auf einem Hochpunkt, der Abschied von Jasper und damit dem konstanten Kontakt zur Familie sitzt noch in den Knochen. Als dann noch eisiger Wind aufzieht (3. Indiz für die bevorstehende Nacht), entscheiden wir uns, zum Camping zurückzufahren. Dort fragen wir nach der nächtlichen Temperatur. "About freezing", lautet die Antwort und als Abhilfe wird zu einem Lagerfeuer geraten (4. Indiz für die bevorstehende Nacht).

Gesagt, getan. Hanna entpuppt sich als Feuerteufel und bald sitzen wir eingemummelt vor einem gemütlich prasselnden Lagerfeuer. Hier ignorieren wir noch geflissentlich alle Indizien. Spät geht's nach schönen Lagerfeuergesprächen ins Bett. Für Hanna jedoch ist die Nachruhe nur von kurzer Dauer. - Nach einer knappen halben Stunde halte ich es nicht mehr aus vor Kälte und hieve mit Eisklotzhänden den Schlafsack und die Matratze neben das noch leicht glühende Feuer. Unterm romantischen Sternenhimmel schlafe ich nun im Eineinhalbstunden-Takt ( so lang wie das Feuer braucht um auszugehen). Ab 3 Uhr 30 in der Früh reicht die Energie nicht mehr aus, um das Feuer am Laufen zu halten oder aufzustehen. Im Dunkeln wird mit Sehnsucht das Erwachen von Chrissi erwartet. Die lässt, Gott sei Dank, nicht allzu lang auf sich warten, war die Nacht auch für sie alles andere als angenehm. Und so geht die körperlich anstrengendste Nacht in Hannas Leben zu Ende. - Ein bisschen melodramatisch muss ich das hier ja schon formulieren, soll ja nach Abenteuer klingen ... aber es war wirklich schrecklich.

Und so endet unser erster Stopp: etwas lädiert, aber on the road again, im beheizten Migui.

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