Stopp 4: Yosemite Nationalpark

Um ehrlich zu sein, waren wir schon kurz davor, ganz zu Beginn unserer drei Tage im Yosemite Nationalpark aufzugeben und weiterzufahren. Wir hatten uns eigentlich nicht zu viele Gedanken ueber den Park gemacht, mit toller Natur gerechnet, aber ganz bestimmt nicht mit den Touristenhorden. Doch als wir von Westen her ins Yosemite Valley einrollen, reiht sich Touri-Auto an Touri-Auto, der Day-Parking ist uebervoll und im Visitor Center draengen sich Menschenmassen. Wir sind voellig ueberfordert. Eigentlich wollten wir doch nur eine Wanderung hier machen. Eine Informationsflut ueberrollt uns. - Aber Gott sei Dank haben wir uns entschieden, trotzdem zu bleiben! Schon am Abend aendert sich die Lage. Wir landen auf einem kleinen Campingplatz, machen ein Lagerfeuer (ueber dem wir auch unsere Nudeln kochen muessen, weil unser Gas leider leer ist) und mummeln uns abends ins Zelt. Es folgen drei wunderschoene Wandertage fernab der Touristen-Massen. Eine Nacht campen wir auf einem Wilderness-Camping, zu dem wir erst hinlaufen muessen, wunderschoen an einem See gelegen. Alles in allem ein toller Stopp! Jedoch sehr anstrengend, da unser Campingequipment leider zu wuenschen uebrig laesst und wir die Naechte nur frierend ueberstehen.

Am Ende jedoch noch ein Schicksalstreffer: Am letzten Abend fahren wir auf gut Glueck Richtung Sueden. Leider ist Samstagabend und alle Campingplaetze sind gefuellt. Leichte Panik beginnt sich auszubreiten. Auf der Fahrt merken wir, dass wir vergessen haben, unsere Bear-Box abzugeben (akute Baerengefahr im Park, alles Essen muss nachts sicher in Bear-Boxes verstaut werden). Da alle Visitor Center schon geschlossen haben, fragen wir in einem Hotel nach, ob wir die Box dort abgeben duerfen, und erkundigen uns gleich nach Campingplaetzen. Die Frau an der Rezeption weiss uns zwar keinen Campingplatz, bietet uns dafuer jedoch fluesternd ein Hotelzimmer fuer 50 Dollar an. Irgendwer hat das Zimmer abgesagt und jetzt ist es frei. Wir hadern sehr mit uns ... Die Spargedanken sitzen tief. Doch die Vorstellung ist nach 3 durchfrorenen Naechten, 5 Tagen ohne Dusche und 2 Dreckschnurrbaerten einfach zu verlockend. Und es gibt sogar Fruehstueck! Etwas peinlich ist es, unsere ganzen stinkenden Proviantkisten durch das feine Hotel zu schleppen, aber es kommt auf die Haltung an und wir wollen ja nicht, dass ein Baer in unser Auto klettert. Nach ausgiebiger Koerperpflege stellen wir fest, dass wir eigentlich gar nicht so braun geworden sind, sondern einfach nur sperrdreckig waren, sinken dann in das gemuetliche Bett und schlafen tief und fest - wie die Murmeltiere.

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