Dem Ruf des Berges folgen

11.03. - Nach einigen Tagen Karibikkueste mit sehr durchwachsenem Wetter haben wir Maxi ueberreden koennen, mit uns zum Cerro Chirripó, dem hoechsten Berg Costa Ricas, zu fahren.

Aufbruch vom wunderschoenen Hostel Vista Verde in Puerto Viejo um 5:45, anschliessendes Fruehstueck an der Bushaltestelle und Warten auf das Oeffnen des Kartenhaeuschens. Leider faellt uns viel zu spaet ein, dass wir ja noch beim Chirripó anrufen wollten und uns erkundigen, ob es ueberhaupt noch Plaetze gibt (es darf naemlich jeden Tag nur eine begrenzte Anzahl an Leuten in den Nationalpark). Stress! Hanna und ich rasen zur Telefonzelle - funktioniert nicht. Naechste - wieder nix. Uebernaechste - Pleite. Ein Taxifahrer gibt uns fuer 1000 Colones sein Handy. Erleichterung macht sich breit, ist jedoch leider nur von kurzer Dauer: "Oh no, I'm not from Chirripó . I don't know why but there are often people calling me who want to go there. But it's the wrong number." Que pena!

Was tun? Unser Bus faehrt in einer Viertelstunde, aber wir MUESSEN da anrufen, da wir nicht in ein Dorf im hinterletzten Winkel des Landes fahren wollen, nur um zu erfahren, dass es leider nicht "possible" ist, den Berg zu besteigen. Da geht das Sportadditum mit Hanna durch - sie sprintet los zur Touristinfo, die um 7 natuerlich noch geschlossen hat. Also nebenan einen verkrachten Hippie nach der Nummer der Auskunft fragen. Dann zurueck zum Taxifahrer mit dem teuren Handy. Wir druecken ihm unsere letzten Colones in die Hand (Zwischeninfo: Maxi steht derweil ganz relaxed bei unserem Gepaeck und bleibt recht unbehelligt von der Problematik - pura vida), wir waehlen die Nummer der Auskunft, die uns die Nummer des Parks gibt. Also Nummer des Parkes und - wie koennte es anders sein? - es nimmt niemand ab, lediglich ein Automat, der uns freundlich darueber aufklaert. dass das Buero noch geschlossen hat..

Resigniert und verunsichert steigen wir in den Bus nach San Jose.Nun gut. In San Jose angekommen kaufen wir Tickets nach San Isidro und ziehen wieder los auf der Suche nach einer funktionierenden Telefonzelle. Die Telefonzellen der Hauptstadt scheinen intakt, das Problem: Wir haben genau die Stunde zwischen 12 und 1 erwischt, in der das Buero am Berg Mittagspause macht. Das Glueck scheint uns heute nicht ganz gewogen... Nun dann sind wir eben auf die Gunst netter Mitfahrer angewiesen. Im Bus nach San Isidro laesst uns Maxis Sitznachbarin dann auch mit ihrem Handy telefonieren - gratis! Und: Ja, es gibt noch 10 Karten fuer den 13., das Buero oeffnet um 6:30, keine Reservierung, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. No risk, no fun. Auf nach San Isidro!

Dort angekommen bedraengen uns, wie immre in Costa Rica, Horden von Taxifahrern.Einer von ihnen bietet uns eine Fahrt nach San Gerardo ( das Dorf, in welches wir muessen) fuer 20 Dollar an. Da kommen wir ins Ueberlegen. Als sich herausstellt, dass er ein Pirate-Taxler ist, also ein inoffizieller Taxifahrer, nehmen wir dankend Abstand vom Angebot, wollen wir doch nicht gleich zu Beginn unserer Reise als ausgeraubt im Nirgendwo enden - man weiss ja nie...

Wir fassen den Entschluss, in San Isirdro zu bleiben und am naechsten Morgen den ersten Bus zu nehmen. Als sich unser Hostelziel jedoch als geschlossen entpuppt, halten wir ein legales Taxi an und brausen wenig spaeter mit ihm ueber Schotterpisten fuer 30 Dollar nach San Gerardo. Dort mieten wir uns in einem Hotel ein - aber: "No, no hay cocina". Wir leihen uns also einen Gaskocher, starten eine Kochaktion im Garten des Cabina-Hotels und essen anschliessend in unserem Zimmer mangels Geschirr direkt aus dem Topf. Danach ab ins Bett - fruehes Aufstehen ist angesagt, wir wollen doch unbedingt Tickets fuer den Berg bekommen!!!

Nun gut, an Spontaneitaet hat es dem Tag nicht gefehlt, ein bisschen mehr Planung haette allerdings auch nicht geschadet.

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swurb, Mittwoch, 13. März 2013, 15:40
Das mit dem Sofort-Bloggen finde ich eine gute Idee. Pirate-Taxler - das klingt gefährlich, finde ich. Ich bin schon sehr gespannt auf die Cerro Chirripó-Berichterstattung. Hoffentlich seht ihr oben was!

Gerti

homebase, Mittwoch, 13. März 2013, 20:46
Hör ich da immer wieder eine leichte Maxi-Brenner-Kritik durch? Das ist halt eine ganz andere genetische Disposition. Das hat schon auch seinen Sinn: Wenn ihr mal wieder paarweise zum Pinkeln in den Busch huscht oder auf der Suche nach betretbaren Schlangen umherwuselt, bleibt er ruhig stehen und sieht den Puma anschleichen. Dann kann er schnell wegrennen und Euer Schicksal bleibt nicht im Ungewissen.
Ansonsten klingt's abenteuerlich. Ich stell' mir gerade vor, dass ich bei uns in ein Hotel gehe und frage, ob ich die Küche benutzen kann. Bin gespannt auf die Bilder vom Berg. Berg heil, Euer Luis Trenker.

swurb, Donnerstag, 14. März 2013, 13:09
Luis Trenker? Eine Stimme aus dem Jenseits? Vielleicht - denn der Puma-Tipp klingt ganz nach ihm.

Geierwally