Aus der Versenkung: Kaum sind wir drei Wochen in Kanada, schaffen wir es auch schon, unseren ersten Blog zu schreiben.
Costa Rica, Kanada, dann Indien hat man in Muenchen immer so erzaehlt, doch als wir dann frueh morgens auf unser Flugzeug von San Jose nach Toronto warten, ist es schon ein komisches Gefuehl unseren ersten Stopp zu verlassen aber nicht nach Hause zu fliegen, zumal wir aus Spargruenden am Abend voher spontan unsere Hostelreservierung gekuendigt haben und uns ans Couchsurfing gewagt haben, leider jedoch, ohne nachzusehen, wie wir vom Flughafen zur Couchsurfer-Familie kommen...
Nervoes landen wir im kalten Toronto . Doch der Flughafen will uns ein herzliches Willkommen bereiten - Free Wifi Zone! Jetzt haben wir wenigstens die Busverbindung, doch den Bus zu finden ist alles andere als einfach. Ein netter Flughafenangestellter versucht uns zu helfen, hat jedoch leider noch weniger Ahnung als wir und schickt uns in eine voellig falsche Richtung. Irgendwie schaffen wir es letzten Endes all unseren Orientierungssinn zusammenzukratzen und wechseln in 5 Minuten das Terminal, rasen voll bepackt zwei Stockwerke nach unten und springen zwei Sekunden vor Abfahrt in den Bus. Erleichterung... ... zumindest kurz. Das naechste Problem offenbart sich: Wir besitzten lediglich 20-Dollar-Scheine. Ziemlich bloed, wenn man 3,25 $ passend zahlen muss. Doch: Toronto will uns anscheinend wirklich freundlich empfangen. Wir sind an den vermutlich nettesten Busfahrer ganz Ontarios geraten, er erlaesst uns einfach die Gebuehr - Wahnsinn!
Nach ewiger Busfahrt erreichen wir dann unsere Haltestelle Kreuzung College Way/ South Millway ohne jedoch zu wissen, wo wir jetzt hinmuessen. Ein einsamer Spaziergaenger kommt da gerade recht. Er sucht uns die Route auf seinem Smartphone heraus. Zitternd und bibbernd gehen wir die letzten Meter und finden tatsaechlich ohne erwaehnenswerte Schwierigkeiten unser Ziel! Jetzt wirds's spannend. Wer wird oeffnen? Klingeln wir am richtigen Haus? Sind die nett? Aber: Alle Sorgen unbegruendet. Das kanadische Paerchen Earl und Wendy ist sehr nett und hilfsbereit, wenn auch ein wenig ungeweohnlich (Wendy fuehrt und eine Jacke mit Hasenohren und Schwaenzchen vor, die sie immer freitags am "casual"-Tag im Buero traegt, um ihren Chef zu aergern).
Hier muss ich den ganzen Bericht der letzten Wochen ein bisschen abkuerzen, da sonst niemand mehr die Muse findet, das Ganze zu lesen. Die folgenden 2 Tage verbringen wir damit, Jacken zu kaufen und unsere Reise in den Westen zu planen. Und dann geht's auch schon los. Im Greyhound-Bus. 72 Stunden. Unterwegs mit einer seltsamen, aber sehr netten Auswahl an Menschen.

Ankunft in Vancouver. Wir sind voellig uebermuedet, ausgehungert (wir hatten aus Spargruenden etwas wenig Proviant dabei... Gott sei Dank haben wir den 3 Tage lang ungekuehlten Schinken ueberlebt) und verstunken (Duschen gab's natuerlich nirgends auf dem Weg). Immer noch in diesem Zustand kommen wir dann nach Faehrfahrt und Island-Shuttle am Nachmittag in Campbell River auf Vancouver Island an. Hier schlupfen wir bei Freunden von Hannas Familie unter. Eine unglaublich gastfreundliche Familie, wunderbares Essen, ein gemuetliches Bett, eine Dusche - wir fuehlen uns im Paradies! Seitdem sind wir in Campbellriver und organisieren unsere Reise. Unsere Erlebnisse hier folgen in den naechsten Eintraegen.
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