Unsere knapp bemessene Chicago-Besichtigung beginnt wenig glorreich: Wir tappen in die vermutlich größte Touristenfalle der Stadt, manche nennen sie auch: Willis Tower. Von außen sieht die Schlange für den Turm noch ganz harmlos aus. Was wir jedoch nicht wissen können: Im zweithöchsten Turm der USA sind die Anstellschlangen geschickt verteilt und es kostet die armen Touris gute zwei Stunden, um endlich oben anzukommen ... und dann nichts sehen zu können, weil sich andere arme Touris, die ebenfalls die Anstelltortur durchlaufen haben, vor den Aussichtsfenstern drängen. Die großartig beschriebenen Glaskästen, die außen am Turm angebracht sind und eigentlich eine Rundumsicht auf die Stadt bieten sollen, bersten vor Touristen - da packt jeden die Klaustrophobie! Gedanken an den teuren Eintritt haben hinsichtlich der Menschenmassen keinen Platz mehr im Willis-Tower und wir beschließen abzusteigen. Doch - wen wundert's - selbst zum Runterkommen müssen wir anstehen! Erleichtert kommen wir endlich unten an und gehen erstmal zum Mittagessen.
Es folgt eine kleine Stadtbesichtigung, dann ringen wir uns noch zum Eintritt fürs Art Institute durch (haben wir da heut Früh die Spendierhosen erwischt?) - eine sehr gute Entscheidung. Wir bewundern eine schöne Kunstsammlung, darunter Werke Monets, Van Goghs, Jean Baptistes, Alfred Sisleys, Sir Thomas Lawrences, Salvador Dalis, Ellen Lanyons, Gerhard Richters, Joan Mitchells, Andy Warhols und vieler mehr. Nach diesem kulturellen Intermezzo treiben wir noch ein bisschen durch den "Loop", dann fahren wir zurück zu unserem Couchsurfer. Der wohnt in einem Viertel, in dem doch manchmal Heimatgefühle aufkommen: Seine Freundin und er haben extra für uns Deep-Dish-Pizza bestellt, anscheinend eine Spezialität aus Chicago. Es handelt sich dabei um eine Pizza, bei der die Tomatensauce auf den Käse kommt - sehr gut, aber ziemlich heftig, man schafft maximal zwei Stücke. So endet unser Aufenthalt in Chicago auch schon wieder und am nächsten Morgen geht's weiter Richtung Osten.
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Nach langer Fahrt sind wir da: im Redwood-Gebiet. In einer abenteuerlichen Fahrt auf einer engen ungeteerten Waldstrasse durch einen Teil des Redwoodbestandes holen wir uns die ersten Eindrücke von diesen Riesen.
Die letzten Nächte waren so kraftraubend (vor allem Crater Lake), dass wir beschließen, da der Camping sowieso schon voll ist, uns den unvorstellbar großen Luxus eines Motels zu leisten. Penny Saver Inn ist unsere erste Wahl und für 50 $ bekommen wir beide ein kuscheliges, warmes Riesenbett, eine !!Dusche!!, sogar mit eigenen Handtüchern und Seife, und einen Kühlschrank. Wow. Guter Start.
Nach einer geruhsamen Nacht betreiben wir am nächsten Morgen erstmal 3 Stunden Recherche nach Unterkünften in der nächsten Woche. Man muss es ausnutzen, wenn man schon einmal Internet hat.
Dann geht es weiter Richtung Süden, Camping-Permits für die Nacht holen. Der nette Typ im Infocenter hatte uns nämlich das erste Mal diesen genialen Tipp gegeben.
Doch bevor es in Richtung Nachtlager geht, machen wir noch eine Wanderung. Auf dem Weg nehmen wir zwei phänomenale Aussichtspunkte mit und essen unser Mittagsnutellabrot in der Sonne mit Blick auf den rauen und wunderschönen Pazifik.

Wir beginnen die Wanderung spät und so sind wir nach 15 Minuten von nichts anderem umringt als ohrenbetäubender Stille und RIESSENGROSSEN Bäumen. Man fühlt sich wie im Film « Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft » oder wie zurückversetzt in lang vergangene Zeiten. Als würde gleich ein Brontosaurus hinter der nächsten Ecke lauern. Doch die Stimmung ist so beruhigend, so ursprünglich, so ungreifbar. Fast etwas bedrückend. Und unsere Gespräche drehen sich auch um ernste Themen und Zukunftspläne sowie Ängste.

Als die Sonne schon tief steht, machen wir uns auf die Suche nach dem Campingplatz. Im Dunkeln finden wir durch Hilfe eines Nachbarcampers, der uns durchs Unterholz stolpern hört, einen freien Campingplatz, stellen gekonnt blind – im wahrsten Sinne des Wortes – unser Zelt auf und fallen todmüde in die nicht mehr ganz so kalten Schlafsäcke.
Am nächsten Morgen geht es pünktlich zum Sonnenaufgang weiter, aber diese riesenhaften, wie aus Träumen erwachsenen, bis zu 2500 Jahren alten Bäume werden wir wohl nie vergessen. Und eine Frage, die wir uns stellten, so oft wir diese Bäume angesehen haben, wird wohl für alle Zeiten unbeantwortet bleiben: Was diese Bäume wohl für Geschichten zu erzählen hätten?
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Unsere Zeit im Yellowstone ist knapp bemessen: In zwei Tagen wollen wir so viel wie möglich vom Park sehen! Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass er nochmals um einiges größer ist als Yosemite. Glücklicherweise kommen wir an einem Sonntagnachmittag an, wodurch wir den Touristenmassen wenigstens etwas entgehen und noch einen Campingplatz ergattern können. Rudimentär wie immer mit Plumpsklo und ohne Dusche. Eine Wasserpumpe kommt auf 20 Campingplätze, Zahnpastaschaum und Spülwasser müssen aufgrund der Bärengefahr ins Kompostklo entsorgt werden - tiefe, schöne Einblicke vor dem Schlafengehen.
Alles schon fast Gewohnheit, aber zwei Unikate bereichern diesmal unsere Nachbarschaft: eine - wir wollen ja nicht vorurteilbelastet sein - Redneck-Familie mit eigenem Tipi und Riesenlagerfeuer und ein allein reisender eingefleischter Biker mit extrem südstaatlichem Kaumgummiakzent, der den nett gemeinten Satz "Do you need some firewood" schier unverständlich macht. Unsere Umgebung schließt schnell Freundschaft, und so wird die ganze Nacht geschrien und glelacht, trotz überall deklarierter Nachtruhe ab Acht.
Trotzdem bekommen wir unseren notwendigen Schlaf, kommen jedoch nicht wie geplant um Sieben aus den Federn. So verschiebt sich der Aufbruch etwas nach hinten, dennoch schaffen wir mit Zelt im Gepäck alles, was wir geplant haben: Ausbruch des Old Faithful Geysirs (wir kommen uns vor wie im Nature-Disneyland, so viele Touris drängen sich zum Ausbruch um den Geysir), eine Reihe brodelnder Ebenen aus Hotsprings, Geysiren und Schwefelflüssen - absolut bizarre, aber sehr schöne, mondähnliche Landschaften - weiter zum Grand Prysmatic Spring, ein unfassbares Spiel aus Farben, bis zu den Norris Geysirs mit dem Steamboat (größter Geysir der Welt) und Dutzenden weiterer brodelnder Quellen.

Am Abend dann wird's aufregend: Wir haben uns mal wieder Wilderness-Permits geholt. Diesmal mussten wir vorbereitend ein Info-Video ansehen, dass vor allen Gefahren des Wildcampens warnt, und außerdem mussten wir ein Seil kaufen. Nach dem Abendessen (die letzte Packung-Nudeln ist angebrochen!!) marschieren wir los zum Ice-Lake. Alles Essen und Zahnpasta haben wir vorsorglich beim Auto gelassen - wir wollen ja keine Bären anlocken. Irgendwann kommen wir bei Camp 4D2 an - seltsam, wir müssen zu Camp 4D1, hätten wir da nicht schon vorbeikommen müssen? Also wieder ein Stück zurück in der immer tiefer sinkenden Sonne und da ist es auch - eigentlich nicht zu übersehen - das Schild zu unserem Zeltplatz. Typisch! Jetzt geht es erst richtig los und das brandneue Seil kommt zum Einsatz: Um Bären von den Rucksäcken fernzuhalten, muss man diese mit dem Seil über einen Holzbalken hängen. Gar keine so leichte Aufgabe, auch wenn uns Hannas Klettererfahrung knotentechnisch zugute kommt (Julians Knoten-App kam leider nicht zum Einsatz, da unsere Handy-Akkus jämmerlich leer waren. Schade, hier wäre uns die zu Anfang der Reise von uns belächelte (Über)Vorsicht endlich doch mal zugute gekommen.) Nach erfolgreich gemeisterter Challenge wollen wir eigentlich noch etwas diesen einzigartigen Campingplatz genießen, den wir in vollkommener Wildnis so ganz für uns alleine haben, doch die Monstermoskitos treiben uns bald ins Zelt. Hier schlafen wir auch bald im letzten Tageslicht um 9:30 Uhr ein.

Am nächsten Morgen wandern wir am Seeidyll entlang wieder zu Migui und setzten die Besichtigung fort. Heute stehen Mammoth Hot Springs

und der Yellowstone Grand Canyon auf dem Programm. So ein Glück, dass wir da noch hingefahren sind: 50.000 Basketbälle voll Wasser donnern hier pro Sekunde in die Tiefen des Canyon und schlängeln sich durch das glebe Gestein. Wahnsinns-Ausblicke, vor allem, als wir direkt über den Lower Falls stehen und die hochstehende Sonne einen Regenbogen in die aufspritzende Gischt malt - das reinste Kitschpostkartenmotiv!

Am Abend dann: Same procedure as yesterday. Nudelabendessen an der Picknick-Area (das Geschirr wird langsam knapp), dann Aufbruch zum Cascade Lake. Hier scheint die Bärengefahr um einiges größer, also geht es klatschend und "Das Wandern ist des Müllers Lust" grölend über malerische Wildblumenwiesen zum heutigen Camping. Diesmal finden wir ihn auf Anhieb und gehen das Rucksackhissen ganz routiniert an. Auch hier treibt uns die Mückenpest schnell ins Zelt, obwohl wir uns mit tonnenweise NoBite eingesprüht haben. Im Zelt liegend dann wird uns doch etwas mulmig: Uns wurde ja sogar empfohlen, frische Klamotten zum Schlafen anzuziehen, um alle Gerüche so gering wie möglich zu halten, aber jetzt stinken wir bestialisch nach Mückenspray. Lockt das Bären an? Doch Gott sei Dank überleben wir die Nacht ohne Bärenbesuche und kommen auch so früh los, dass wir den Sonnenaufgang über See und Wildwiese bestaunen können.

Nachdem wir zurückgewandert sind, werden am Parkplatz noch Zähne geputzt und auf der Fahrt aus dem Nationalpark treffen wir ihn dann doch noch, den Bruno. Circa 50 Meter von der Straße entfernt macht er seinen Morgenspaziergang und erfreut damit einige Touriherzen (so auch unsere), die endlich ihren Bären treffen.

Links und rechts der Straße grasen Bisonherden seelenruhig in der Morgensonne und unsere Fahrt wird so manchmal von einem querenden Monstrum gestoppt. Insgesamt also ein perfektes Yellowstone-Erlebnis und trotz Touristenhorden auf jeden Fall ein Must See für jeden Naturfan!

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In jedem Reiseführer wird er als großartig und als Erlebnis beschrieben, bei dem einem die Luft wegbleibt - das Naturphänomen Grand Canyon.
Unser Empfang an diesem Giganten aller Schluchten war jedoch alles andere als großartig, aber die Luft blieb uns schon weg. Wir wurden einmal mehr Zeugen deutscher Freundlichkeit: Da alle Campings im Park bei unsere Ankunft bereits voll waren, hatten wir uns an einem recht primitiven, aber schönen Camping kurz vor dem Parkeingang niedergelassen. Dort wurden wir auch gleich vom Campingranger auf seinem Golfcart begrüßt und bekamen von ihm höchstpersönlich einen Platz zugewiesen. Normalerweise muss man erst herumfahren und einen Platz suchen, dann zurückkommen und die Gebühr mit einem Registrierungszettel in ein Kästchen einwerfen. Wenn er aber gerade von seinem Rundgang zurückkommt, weiß er, welche Plätze noch zu haben sind. Wir sitzen als nach dem Essen nichtsahnend gemütlich beim Postkartenschreiben zusammen, das Zelt ist schon aufgebaut. Da hält plötzlich ein Auto genau neben uns aus. Ein Pärchen steigt aus und versucht uns auf Englisch mit stark deutschem Akzent klar zu machen, dass das hier ihr Campingplatz sei - der Mann mit sehr wütender Miene. Als wir herausgefunden haben, dass wir alle aus Deutschland kommen, verstehen wir langsam, dass sie, anscheinend kurz nachdem der Campingwart auf seinem Rundgang am Platz vorbeigekommen war, den Platz für sich reserviert haben. Das Erstaunen der beiden ist also verständlich, aber wir können ja auch nix dafür. Wir sind von der Situation jedoch schon recht unangenehm berührt und versuchen das Ganze mit verschiedenen Vorschlägen und Erklärungen wieder ins Lot zu bringen. Der Mann geht jedoch auf nichts davon ein und bleibt hart, ob der Tatsache, dass sie ja nur eine Taschenlampe zum Zeltaufbau und Kochen haben - naja, wir auch. Uns wird bald klar, dass von uns erwartet wird, dass wir unser Zelt uns all unser Equipment abbauen und den Platz wechseln. Also packen wir unsere Sachen vom Picknicktisch und machen uns auf den Weg zum Campwart, um eine Lösung für die beiden zu finden, während diese lediglich mit beleidigter Miene dastehen. Wir müssen den armen Mann bei seiner Feierabendruhe stören und ihm erstmal die Situation erklären. Er begleitet uns zurück zum Platz, dort haben die zwei Deutschen bereits ganz dreist ihren Picknickplatz aufgebaut und angefangen zu kochen. Auch der Campingwart kann nach einem kurzen Gespräch nicht recht nachvollziehen, weshalb die zwei nicht einfach den Platz wechseln. Da nun eine Autoritätsperson anwesend ist und dem Pärchen mit Nachdruck den oben genannten Lösungsvorschlag unterbreitet, lenkt dieses auch recht schnell ein. Also werden alle Kochutensilien wieder ins Auto gepackt und unser Retter fährt mit seinem Golfcart in den verdienten Feierabend. Hier könnte unsere kleine Geschichte eigentlich enden. Aber unser neuer Freund setzt noch einen drauf. Die Frau muss sich mit dem schon erhitzten Wasser im Kochtopf ins Auto setzen und unter Gefluche parkt er aus. Als nächstes hören wir einen lauten Rums. Die Frau schreit auf und wir gehen zum Auto, um zu sehen, was passiert ist. Der feine Herr hat die Lage schon sondiert und wirft uns nur ein "Hab nur euer Nummernschild ein bisschen verbogen" hin, bevor er ohne ein weiteres Wort ins Auto steigt und zu seinem neuen Stellplatz abdampft. Wir stehen etwas verdattert da. Aber stimmt schon: Eine Entschuldigung wäre wohl zu viel gewesen.

Bis auf diese unerfreuliche Begegnung gestaltet sich unser Aufenthalt am Grand Canyon jedoch ganz wunderbar. Wir bekommen leider nicht, wie geplant, Permits, um ganz unten am Colorado River zu übernachten, machen dafür aber einen tollen Tagesausflug hinab in den Canyon. Bei unglaublicher Hitze quälen wir uns den Bright Angel Trail hinunter bis in die Indian Gardens - eine Oase mitten in der Dürre des Grand Canyon. Dort machen wir eine ausgiebige Mittagspause und erst um 5, als die Sonne zu sinken beginnt, wagen wir uns wieder an den Aufstieg. Eine gute Entscheidung. In der Kühle der Abenddämmerung geht's fix und ohne zu große Anstrengung.
Nachdem wir am nächsten Morgen nochmal von einem Aussichtspunkt aus die Weiten des Canyons genießen konnten, geht's auch schon wieder weiter.
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Endlich! Diesen Moment hatten wir so lange herbeigesehnt. Zu den Klängen von "If you're going to San Francisco" rauschen wir über die Golden Gate Bridge.

Wir treffen uns mit unserem Couchsurfer nach einem Frühstück auf einem Hügel mit Blick ueber San Francisco. Unsere Park-Panik war zwar nicht unbegründet, löst sich aber trotzdem in Luft auf. Steven hat einen Guest-Parking für uns. Was für ein Glück! Außerdem stattet er uns mit einem Stadtplan und einem Haufen Informationen aus und so starten wir bestens vorbereitet auf Stadtbesichtigung: über Union Square und Theater District nach Chinatown.

... und durch den Financial District zum Telegraph Hill - eine tolle Sicht über die Hügel der californischen Stadt. Dort bekommen wir die Auswirkungen des frühen Aufstehens zu spüren und legen eine kurze Mittagspause ein. Auf dem Weg Richtung Ufer finden wir - der knurrende Magen dankt es - ein Straßenfest. Eine Stunde lang lassen wir uns durch die mit unwiderstehlichen Leckerbissen und Live-Musik gespickten Gassen treiben. Dann geht's weiter zur Lombard Street, der weltbekannten Schlaengelstrasse.

Kein Wunder, dass alle Bewohner dieser Stadt so fit sind - bei diesen Steigungen. Der Muskelkater im Hintern ist vorprogrammiert. Letzter Sightseeingpunkt des Tages dann: der unwahrscheinlich touristische Fisherman's Wharf. Erschöpft kommen wir abends wieder an der Wohnung des Couchsurfers an, der uns netterweise mit etwas Olivenöl und Knoblauch für unsere Nudeln aushilft. Ein richtiger Festschmaus, wenn man es mit der normalen Zutat vergleicht: Magarine.
Dann folgt ein durch Popcorn und Cookies verfeinerter Klassik-Filmabend mit dem Lieblingsfilm von Steven: Endlich sehen wir auch mal "Casablanca", obwohl es nicht leicht ist, die Augen noch offen zu halten nach der vielen Lauferei.
Den nächsten Tag beginnen wir mit einem Marsch zum Hostel. Da alle Tickets für eine Alcatraz-Besichtigung auf einen Monat hinaus ausgebucht sind, beginnen wir mit Teil zwei unserer Stadtbesichtigung: Golden Gate Park, durch Haight-Ashbury ...

... zu den Painted Ladies,

einer Reihe wunderschöner, bunt bemalter Häuser. Anschließend wollen wir eigentlich noch bis zur Golden Gate Bridge laufen, müssen uns aber ob unserer geschundenen Füße geschlagen geben und nehmen das Cable Car zurück in die Stadt. Eine abenteuerliche Fahrt über die Hügel San Franciscos, bei der nochmals alle Viertel an uns vorbeiziehen.

Als krönenden Abschluss unserer San Francisco Tour und als Belohnung für den Gewaltmarsch sowie das schlechte Essen der letzten Wochen laufen wir durchgefroren beim Inder ein. Dort füllen wir unsere Mägen mit dem hochgelobten Chicken Tikka Masala und Garlic Naan, was mehr aus Garlic als aus Naan bestand. Was für ein Genuss. Für Chrissi das erste indische Essen ihres Lebens, das sie schon mit leuchtenden Augen auf den drittenTeil der Reise hoffen lässt. (Für Hanna allerdings ist und bleibt das Maharani Restaurant am Stiglmaierplatz unschlagbar!!) Zum Flair tragen eine gehetzte Küchencrew und zeigefingerlange Kakerlaken bei.
Auf dem Heimweg werden uns dann die Schattenseiten San Franciscos vor Augen geführt: Die Straßen sind gesäumt von Obdachlosen. Schon am Morgen waren wir recht früh an einem Tourihotspot. Da noch nicht viele Menschen unterwegs waren, waren circa acht von zehn Menschen, denen wir begegneten, obdachlos. Vom Teilen unserer Cola bis hin zu Rufen "I will kill you!" hatten wir alles schon erlebt. Auffällig war, dass ungewöhnlich viele Leute Ticks hatten und teilweise deutlich mental verwirrt wirkten. Der schockierende Grund dafür wurde uns von unserem Couchsurfer erklärt: Der neue Bürgermeister San Franciscos hat enorme Kürzungen im Sozialwesen vorgenommen, worunter vor allem eine Psychatrie litt, die schließen musste und eine große Zahl heimatloser psychisch kranker Menschen auf die Straße setzte. Ob das wahr ist, wissen wir nicht genau, obwohl es angesichts der irrsinnigen Massen an verrückten Obdachlosen recht plausibel schien.
So bekamen wir also viele verschiedene Eindrück von San Francisco - eine schöne Stadt, in der jedoch nur noch wenig Blumen im Haar getragen werden (lediglich im inzwischen kommerzialisierten Haight-Ashbury), mit einer nicht zu übersehenden, jedoch von Touristen ignorierten Schattenseite.
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